Interaktive Ausstellung zum Thema Einsamkeit

Internationales Jugend­zentrum der Diakonie München und Ober­bayern veranstaltet Projekt­woche

Führung durch die Ausstellung im IJZ Haidhausen
Führung durch die Ausstellung im IJZ Haidhausen

Einsamkeit ist ein Gefühl, das wir alle kennen. Gerade Kinder und Jugendliche sind die Gruppe, die es laut dem Einsamkeitsbarometer 2024 am deutlichsten spüren. Während der Covid-Pandemie fühlten sich sogar 31,8 % der jungen Erwachsenen einsam. Deswegen veranstaltete das Internationale Jugendzentrum der Diakonie München und Oberbayern Mitte März eine Projektwoche zu dem Thema.

Hast du schon einmal Situationen erlebt, in denen du dich einsam gefühlt hast? Wie oft fühlst du dich einsam? Was kannst du dagegen machen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der interaktiven Ausstellung, die den Zugang zu dem Thema erleichtern sollte. Denn zuzugeben, dass man sich einsam fühlt, erfordert Mut.

Wie definieren die Jugendlichen Einsamkeit? Hierzu gab es unterschiedliche Antworten:

„Für mich bedeutet Einsamkeit, wenn keiner an mich denkt.“
„Ich fühle mich einsam, wenn ich traurig bin, meine Freunde es nicht interessiert und sich nicht bei mir melden.“
„Für mich bedeutet Einsamkeit, wenn man sich nicht verbunden zu sich selbst fühlt.“

Außerdem stellten die Besucher*innen der Ausstellung fest: „Die schlimmste Form der Einsamkeit ist, wenn man sich auch umgeben von Menschen einsam fühlt.“

Den Pädagog*innen vor Ort war es besonders wichtig, Strategien und Wege aus der Einsamkeit aufzuzeigen. Und darüber nachzudenken, wie Jugendliche andere Gleichaltrige unterstützen können, wenn sie sich einsam fühlen und an sich zweifeln. So schrieb ein Teenager in einem anonymen Brief – angeregt durch die Ausstellung – folgende bestärkende Worte an seine Freund*innen im IJZ: „Im Leben gibt es Höhen und Tiefen. Das Wichtigste ist, dass du lernst: Es zählt nicht, wie oft du fällst, es zählt, wie oft du aufstehst und weiterkämpfst, um an dein Ziel zu kommen.“ 

Die Jugendlichen konnten zudem im Rahmen der Projektwoche bei einem Film- und Kochabend echte Gemeinschaft vor Ort erleben und über das Thema ins Gespräch kommen. Als Strategien aus der Einsamkeit nannten viele: Sport machen, mit Freund*innen sprechen und in die Natur rausgehen. Präventives Handeln in einsamen Phasen ist wichtig, um langfristige Folgen wie Depressionen oder körperliche Erkrankungen zu vermeiden. Die Ausstellung hat einen ersten Schritt ermöglicht, dem Thema Einsamkeit mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Bezirksstelle München, Weilheim und Bad Tölz hat 2025 das Projekt „Diakonie verbindet. Wege aus der Einsamkeit“ ins Leben gerufen. Die Ausstellung fand im Rahmen dieses Projekts statt.


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